Staatliche Unternehmen: Sie haben eine Monopolstellung in den bedeutenden Schlüsselsektoren wie dem Bankwesen, der Telekommunikation, der Stromerzeugung und im extraktiven Sektor. Einige staatlichen Unternehmen sind vom (Ex-)Militär kontrolliert, wie beispielsweise das Myanmar Oil and Gas Enterprise (MOGE), eines der größten staatlichen Unternehmen, das zuständig für die Exploration, die Produktion und den Transport von Öl- und Erdgas an Land und im Meer ist.

Kleine- und mittelständische Unternehmen (small and medium sized enterprises, SME): Weit über 90% der Betriebe in Myanmar gehören dieser Gruppe an.

Crony-Unternehmen: Sogenannte Cronies sind Unternehmer*innen, die unter dem Militärregime zu Reichtum gekommen sind (z.B. durch die Ausbeutung von Rohstoffen) und enge Beziehungen zum Militär pflegten. Ein Großteil der Cronies ist in illegale Geschäfte wie etwa den Drogenhandel verwickelt und mehrere Personen sind aufgrund von Menschenrechtsverletzungen auf internationalen Sanktionslisten zu finden (teilweise bis heute). Sie sind in alle möglichen Wirtschaftssektoren involviert, vom Bausektor, der Gummi-Industrie, dem Bergbau (auch Edelsteine wie Jade) und der Holzindustrie bis hin zum Tourismussektor. Aufgrund ihrer langjährigen Expertise und dem Besitz von Kapital nehmen sie oft die Rolle als Vermittler*innen zwischen internationalen Investoren und lokalen Akteur*innen ein. Daher werden sie auch von vielen (u.a. von Myanmars Regierung) als unverzichtbare Ressource für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung Myanmars gesehen.

Militär: Das Militär hat neben seiner bedeutenden politischen Rolle auch großen wirtschaftlichen Einfluss im Land. Es betreibt eigene Unternehmen wie die Union of Myanmar Economic Holdings Ltd und die Myanmar Economic Corporation, die beiden größten militäreigenen Firmen. In zahlreichen Fällen haben sich Militär-Unternehmen an umstrittenen Projekten beteiligt, beispielsweise an der Kupfermine in Letpadaung, wo es zu mehrfachen Menschenrechtsverletzungen und Landnahme kam. Darüber hinaus sind sie teils bis heute im Drogenhandel in den Grenzgebieten aktiv. Die Einnahmen der Unternehmen dienen dem Militär als extra-Budget für seine Aktivitäten und einzelnen Militäroffizieren als Einkommensquelle.

Unternehmen ethnischer Minderheiten und bewaffneter ethnischer Gruppen: Diese sind insbesondere in der Holzwirtschaft und im Edelstein-Bergbau in den Staaten der ethnischen Minderheiten aktiv. Neben dem Militär verdienen verdienen auch sie bis heute am Drogenhandel, wodurch sie teilweise ihre Armeen finanzieren.