Als Waffenstillstandsabkommen bezeichnet man Übereinkünfte zwischen bewaffneten Gruppen zur Beendigung offener Kampfhandlungen. Von besonderer Bedeutung für Myanmar sind die Waffenstillstandsabkommen, die ab 1989 zwischen dem Militär (Tatmadaw) und zahlreichen ethnischen Armeen, wie z.B. der United Wa State Army (UWSA) oder der Kachin Independence Organisation (KIO) geschlossen wurden. Die Aufständischen durften ihre Waffen behalten und es wurden ihnen wirtschaftliche und administrativen Kompetenzen in den von ihnen kontrollierten Gebieten zugestanden.

Unter der semi-zivilen USDP-Regierung wurden zwischen 2011 und 2014 vierzehn bilaterale Waffenstillstandsabkommen ausgehandelt. Daraufhin folgten die ersten Verhandlungen über das sogenannte „Landesweite Waffenstillstandsabkommen“ (Nationwide Ceasefire Agreement, NCA), das auch unter der gegenwärtigen NLD-Regierung als wichtiger Meilenstein behandelt wird. Das NCA wurde bis jetzt von 10 bewaffneten ethnischen Gruppen (Ethnic Armed Organisations, EAOs) unterzeichnet. Insgesamt gibt es jedoch mindestens 21 aktive EAOs landesweit, von denen viele das Abkommen kritisieren.