Die Uiguren sind eine turksprachige Minderheit, deren offiziell anerkannte Heimat das Uigurisch Autonome Gebiet Xinjiang 新疆 im Nordwesten Chinas ist. Die Uiguren, die überwiegend muslimischen Glaubens sind, bilden nach wie vor die größte Volksgruppe in Xinjiang. 11 Millionen Uiguren leben in China, allerdings ist die Volksgruppe auch in Kasachstan, Kirgistan, Usbekistan, in der Türkei und in Saudi Arabien ansässig. Zudem sind sie in Pakistan, Russland, Australien und vielen weiteren Ländern als Minderheit vertreten.

Obwohl die Uiguren von verschiedenen nomadischen Völkern zentralasiatischen Ursprungs abstammen, ist die Volksgruppe selbst schon immer in den Städten entlang der Seidenstraße ansässig gewesen. Aus diesem Grund und der bis heute großen Nähe zu Volksgruppen in benachbarten und/ oder muslimischen Staaten, hat die Regierung der Volksrepublik China Sorge, dass eine Separatismusbewegung der Uiguren Unterstützung aus Vorder- und Zentralasien erhält. Daher wird unter der Kommunistischen Partei eine immer festere Kontrolle und Überwachung der Uiguren und Xinjiangs eingeleitet. Anfangs wurde sie durch die Ansiedlung und Begünstigung von Han-Chinesen in der Region durchgesetzt, zuletzt durch das Verbot der Ausübung kultureller wie religiöser Bräuche der Uiguren. Außerdem wird die Militär- und Polizeipräsenz in der Region verstärkt, durch die vor allem Anwohner*innen uigurischer Abstammung Ziel von Polizeikontrollen und Hausdurchsuchungen werden. Zudem sieht sich die chinesische Regierung mit dem Vorwurf konfrontiert, dass mehr als eine Million Uiguren in sogenannten „Arbeits- und Umerziehungslagern“ festzuhalten.