Sonderwirtschaftszonen sind mehrheitlich räumlich abgegrenzte Gebiete innerhalb eines Staates, in denen administrative und rechtliche Begünstigungen für Investoren bestehen. Das Ziel von diesen Zonen ist inbesondere die Steigerung von in- und ausländischen Direktinvestitionen.

Für Sonderwirtschaftszonen in Myanmar wurde ein spezifisches Gesetz (Myanmar Special Economic Zone Law) inklusive Regelwerk (Rules) erarbeitet und verabschiedet. Das Gesetz offeriert vorteilhafte Regelungen wie die Verpachtung von Land für bis zu 50 Jahre mit Option auf Verlängerung, Steuervergünstigungen und Zollvorteile für Unternehmen. Das Gesetz ist in mehreren Punkten mit anderen nationalen Gesetzen, v.a. zu Landfragen, Arbeit und Umwelt verknüpft.  Der Schutz von Menschenrechten wird hier allerdings nicht erwähnt.

Sonderwirtschaftszonen werden von einem Leitungsorgan gesteuert, das Vertreter*innen mehrerer Ministerien umfasst. Die Ministerien übernehmen unterschiedliche Aufgaben. So ist beispielsweise das vom Militär geleitete Innenministerium zuständig für den Landerwerb im Zuge des Baus oder der Erweiterung von der Zone. Das Umweltministerium hat das Recht darauf, Unternehmen zu Umweltverträglichkeitsstudien zu verpflichten.

Generell sind bisher Fragen der Koordination und Verantwortlichkeit nicht klar geregelt. In der Vergangenheit kam es mehrfach dazu, dass die erforderliche Reihenfolge rechtlicher Schritte nicht korrekt ausgeführt wurde. Gerade die für die lokale Bevölkerung so entscheidende und per Gesetz vorgeschriebene Umweltverträglichkeits-Studie wurde in mehreren Fällen erst nach Inbetriebnahme von Projekten durchgeführt.

Gegenwärtig sind drei Sonderwirtschaftszonen in der Entwicklung und werden zu Teilen bereits betrieben: Kyauk Phyu im Rakhine-Staat, Dawei in der Thanintharyi Region and Thilawa in der Yangon Region.