Mitglieder des linken politischen Spektrums werden öffentlich als „Terroristen“ und „Aufständische“ denunziert. Oft werden sie dabei unter Generalverdacht gestellt, sie würden der kommunistischen Partei (CPP) oder deren bewaffneten Flügels (NPA) angehören. Dabei mussten es nicht zwingend politisch links ausgerichtete Personen sein. Auch wurde Red-Labeling dazu genutzt, um Menschenrechtsverteidiger*innen und Aktivist*innen als „linke Terrorist*innen“ zu brandmarken. Diese Strategie des öffentlichen Denunzierens als „Linke“ wird in Anlehnung an die Amtszeit von US-Senator McCarthy „Red-Baiting“ oder „Red-Labeling“ genannt. McCarthy hatte in den 1950er-Jahren dazu aufgerufen, vermeintliche Kommunisten politisch zu unterdrücken. Red-Labeling schafft ein klares Feindbild und verwischt gleichzeitig die Grenze zwischen bewaffnetem Widerstand und friedlicher Opposition. Die philippinische Armee und Polizei nutzen diese Strategie, sowohl um vermeintliche Linke und Angehörige der kommunistischen Partei oder der NPA öffentlich in Verruf zu bringen als auch um die Zivilgesellschaft und Aktivist*innen einzuschüchtern. Insbesondere während der Amtszeit von Präsidentin Gloria Macpagal Arroyo (2001-2010) wurden hunderte linke Politiker*innen, Aktivist*innen und Kirchenangehörige verhaftet, getötet oder entführt. Unter Arroyos Nachfolger Aquino hat sich die Situation kaum verbessert. Zwar haben die Philippinen die wichtigsten internationalen Menschenrechtskonventionen ratifiziert, sind seit 2011 Mitglied des Internationalen Strafgerichtshofs und haben auf nationaler Ebene das Antifoltergesetz und das Gesetz gegen das Verschwinden lassen verabschiedet. Jedoch wurden diese Gesetze bisher kaum umgesetzt. Nur selten kommt es zu einer Verurteilung wegen eines politisch motivierten Mordes oder einer Entführung.

Seit dem Amtsantritt Präsident Rodrigo Dutertes 2016 steigt die Zahl der politisch motivierten Morde und Entführungen drastisch an. Sein Austritt aus dem Internationalen Strafgerichtshof ist ein weiteres Indiz für das Fortbestehen der Straflosigkeit.