Mission drift, deu. „das Abweichen von der Leitlinie“, chin. „使命飘移, shǐmìng piāoyí“, beschreibt den Prozess eines organisatorischen Wandels, bei dem eine Organisation von ihren Zielen oder Aufträgen abweicht. Hauptursache dieses Phänomens ist die Kommerzialisierung, nämlich wenn die Notwendigkeit, eigene Einnahmen oder die Finanzierung aus externen Quellen zu sichern, die ursprünglichen Ziele der Organisation beeinträchtigt. Die Ursache kann auch in der Abhängigkeit von einem maßgebenden Geldgeber wie dem Staat oder einer Stiftung liegen.

Mission drift betrifft vor allem Organisationen mit wohltätigen Aufträgen wie Nichtregierungsorganisationen (NRO). Um den Erwerb von Projektmittel zu garantieren professionalisieren sich NROs, was mit einer Übernahme und Anpassung von Managerialism im NRO-Sektor einhergeht. Im Falle von NROs, die im Rechtsschutz und der Advocacy-Arbeit engagiert sind, lösen Standards der Geldgeber die Bedürfnisse von schutzbedürftigen Personen im Tagesgeschäft immer mehr ab.

Mission drift ist nicht immer erkennbar. Es kann zwar auf sichtbare Weise auftreten, wenn eine Organisation ihren Auftrag o.ä. formell ändert. Es kann aber auch durch weniger sichtbare Änderungen der Arbeitspraktiken oder der Art und Qualität der von der Organisation erbrachten Dienstleistungen auftreten. Mission drift kann demnach ein Prozess in Organisationen sein, der bewusst oder unbewusst verläuft.

 

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