Der Begriff „Managerialism“, deu. „Managertum“ oder „Managerialismus“, chin. „管理主义 guǎnlǐ zhǔyì“, beschreibt die Anwendung von Geschäftsführungstechniken in Betrieben anderer Organisationen, wie z.B. öffentlichen Dienst oder Nichtregierungsorganisationen (NRO). Managerialism ist gekennzeichnet durch Effizienz basierend auf dem weberianischen Konzept der instrumentellen Rationalität. Das ideologische Streben nach Effizienz ist ein Kennzeichen des Manager*in-Denkens. Konzepte wie Rechenschaftspflicht, Transparenz, Partizipation und Effizienz und Praktiken wie Projektevaluierung und organisatorische Selbstbewertung werden ebenso mit Managerialism in NROs in Verbindung gebracht.

Die Forschung hat gezeigt, wie der Managerialism die Form und das Tagesgeschäft selbst der kleinsten NROs im globalen Süden verändert hat. Für viele NROs kann Managerialism in der Tat als ein Impuls erlebt werden, der von Geldgebern ausgeht. Der Begriff ist jedoch häufig negativ konnotiert, wenn z.B. die Servicequalität unter der Effizienz leidet.

Die Übernahme und Anpassung von Managerialism im NRO-Sektor ist mit einer allgegenwärtigen Kultur der Professionalisierung einhergegangen, und Managerialism ist zu einem zentralen Anliegen des Arbeitsalltags in NROs geworden. Um für Projektmittel in Frage zu kommen, müssen NROs zunehmend nachweisen, dass sie Managementpraktiken verstehen und anwenden, die mit denen ihrer Geberorganisationen übereinstimmen. In der Praxis geht der Managerialism häufig mit einem Spagat zwischen werte-orientierter und substanzieller Rationalität einher, wobei sie sich nicht notwendigerweise ausschließen müssen.

 

WEITERE INFORMATIONEN

  • Polutta, Andreas (2014): Managerialisierung, in: Kritisches Glossar Hilfen zur Erziehung (IGFH)