Die Lumads sind die Indigenen Mindanaos, die aus 17 verschiedenen ethnolinguistischen Gruppen bestehen. Die Lumads fühlen sich weder dem Islam noch dem Christentum zugehörig. Folgende ethnische Gruppen werden als Lumads bezeichnet: die Atta, Bagobo, Banwaon, B’laan, Bukidnon, Dibabawon, Higaonon, Mamanwa, Mandaya, Manguwangan, Manobo, Mansaka, Tagakaolo, Tasaday, T’boli, Teduray (oder Tiruray) und die Ubo.

Die Lumads leben oftmals in Gegenden, in denen sich auch große Land-, Wald- und Mineralienvorkommen befinden. Über Jahrzehnte forderte die philippinische Regierung Menschen aus anderen Teilen des Landes dazu auf, nach Mindanao – ins „Gelobte Land“ – zu migrieren und das Land zu besiedeln. In den 1970er-Jahren begannen lokale und ausländische Firmen, großflächig landwirtschaftliche Plantagen zu errichten und Wälder abzuholzen. Während die Abholzung inzwischen abgenommen hat, gibt es weiterhin viele Plantagen. In den letzten Jahren haben der Bergbau und der Abbau von Mineralien in Mindanao zugenommen. Großen Firmen gelingt es, sich das ursprünglich Land der Lumads anzueignen. Gesetze, die die indigene Bevölkerung vor Landraub schützen sollten, existieren nur auf dem Papier. Die Lumads knüpfen ihre Lebensgrundlage und kulturelle Identität gänzlich an das Vorhandensein von Land. Daher haben die Enteignungen drastische Folgen: Fehlende Ernährungssicherheit, Mangelernährung und Hunger sind die Konsequenzen für die Lumads.

Im Jahr 2008 wurden Vertreter*innen der Lumads temporär in die Friedensverhandlungen integriert. In die offiziellen Friedensgespräche wurden sie jedoch nicht involviert. Immer wieder äußern sich Aktivist*innen und die Lumads kritisch über den exklusiven Friedensprozess.

 

Regine D. Cabato und Robbin M. Dagle (2016): Lumad urge inclusive peace process, in: The Guidon Online, 01.07.2016.

Jodesz Gavilan (2015): Don’t forget indigenous peoples’ rights in BBL, in: Rappler, 04.06.2015.