Das Myanmar Investment Law (MIL, 2016) zusammen mit den Myanmar Investment Rules (MIR, 2017) schafft rechtliche Garantien für Investoren. Es bezieht sich auf lokale und internationale Investitionen ausgenommen von Sonderwirtschaftszonen (Special Economic Zones, SEZ). Ausgehend von Sektor und geografischer Region, in die Investitionen getätigt werden, wird die Befreiung von der Körperschaftssteuer für einen bestimmten Zeitraum garantiert. So bekommen beispielsweise Investitionen in die wirtschaftlich weniger entwickelten Regionen Myanmars (diese umfassen hauptsächlich die ethnischen Staaten und Grenzgebiete) die längste Steuerbefreiung bis zu sieben Jahre. Das Investitionsgesetz beinhaltet im Vergleich zum vorherigen einige Verbesserungen. Es gibt der Regierung mehr Möglichkeiten, verantwortungsvolle Investitionen zu fördern. Beispielsweise können Investoren, die zuvor in Fälle von Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen verwickelt waren, ausgeschlossen werden.

Für die Überprüfung von Investoren ist Myanmars Investitionskommission zuständig. Sie ist angewiesen, Investoren auf ihr verantwortungsbewusstes Handeln hin zu untersuchen. Dazu gehört auch die Überprüfung, ob ein Investor oder Teilhaber in Myanmar oder sogar weltweit Gesetze (Gesetze zu Umwelt, Arbeit, Steuer, Anti-Korruption und Menschenrechten) gebrochen hat. Die Zivilgesellschaft hat beschränkte Möglichkeiten sich in diesen Prozess einzubringen. So kann sie der Kommission etwa Informationen über die Investoren zukommen lassen und für deren Ablehnung plädieren. Die Justiz ist von diesem Bereich in der Praxis bisher weitestgehend abgekoppelt. Entscheidungen der Investitionskommission werden selten von Gerichten auf Rechtmäßigkeit überprüft. Darüber hinaus ist die Unabhängigkeit von Gerichten in Myanmar nicht garantiert.