Der Beginn der US-amerikanischen Kolonialzeit (1898) markiert den Start des groß angelegten Bergbaus in den Philippinen. 1905 wurde das erste Bergbaugesetz beschlossen. Dieses Gesetz besagte, dass amerikanische und philippinische Staatsbürger*innen öffentliches Land kaufen können, um Bergbau zu betreiben. Der Bergbau erlebte daraufhin einen Aufschwung und wurde unter Präsident Marcos (1965-1986) weiter ausgebaut. Wo zuvor Jahrzehnte lang die angestammte Bevölkerung in kleinem Maßstab Gold abbaute, drangen nun großen Unternehmen vor und verdrängten die dort Ansässigen.

„To attract companies like yours, we felled mountains, razed jungles, filled swamps,
moved rivers and relocated towns – all to make it easier for you and your business
to do business here.“
 Anzeige der philippinischen Regierung im Fortune Magazin, 1975

In den 1980er Jahren schlitterte die Bergbauindustrie in eine Krise. Die Weltbank, der internationale Währungsfonds, die USA sowie internationale Unternehmen drängten auf weitere Liberalisierungsmaßnahmen. Infolgedessen wurde 1995 ein neues Bergbaugesetz, der Mining Act of 1995 (Republic Act 7942), unter der Federführung der damaligen Senatorin und späteren Präsidentin Gloria Macapagal-Arroyo verabschiedet.
Dieses Gesetz räumt ausländischen Firmen vollständige Besitzrechte (vor 1995 waren lediglich 40 Prozent Anteilhabe möglich) sowie umfassende Vergünstigungen ein. Finanzielle Anreize machen ausländische Bergbauunternehmungen in den ersten fünf Jahren praktisch steuerfrei und den Konzernen werden weit reichende Souveränitätsrechte zugebilligt: Sie dürfen soviel Holz schlagen und Wasser nutzen, wie es für ihre erfolgreichen Operationen nötig ist, und aus dem gleichen Grund Straßen und Gebäude bauen und Dörfer umsiedeln. Sie dürfen den Zugang zu ihrem Betätigungsgebiet (und damit auch zu den dortigen Siedlungen) kontrollieren. Ausländischen Unternehmen wird die ungehinderte und unbegrenzte Repatriierung des Gewinns und der Schutz vor Enteignung zugesagt.

Der Mining Act beinhaltet zwar auch die Auflage der Konsultation und Zustimmung der ansässigen Bevölkerung (Free and Prior Informed Consent – FPIC), sowie die Einhaltung von Umweltstandards. Die Zustimmung der ansässigen Bevölkerung wird jedoch oft erzwungen oder erkauft, die Umsetzung der Umweltauflagen seitens der Regierung kaum überwacht und die Firmen werden für Verstöße meist nicht zur Rechenschaft gezogen.