Im Zuge seiner Reformpolitik trat der vormalige Präsident Thein Sein ab 2011 mit den bewaffneten ethnischen Gruppen in Dialog und initiierte Friedensverhandlungen. Damit wurde ein wichtiger Grundstein für den bis heute andauernden Friedensprozess gelegt. Das in diesem Rahmen vereinbarte „Landesweite Waffenstillstandsabkommen“ (Nationwide Ceasefire Agreement, NCA) wurde bisher von zehn bewaffneten ethnischen Gruppen unterzeichnet. Die gegenwärtige NLD-Regierung definierte die Weiterführung des Friedensprozesses als eines ihrer wichtigsten Ziele. Vom 31. August bis zum 3. September 2016 fand in Naypyidaw die erste Runde der „Panglong-Konferenz des 21. Jahrhunderts“ statt. Auf Einladung von Staatsberaterin Aung San Suu Kyi kamen wichtige Konfliktakteure zusammen, um den Friedensprozess in Myanmar voran zu bringen. Seit 2016 fanden bisher 3 Friedenskonferenzen statt; obwohl ein halbjährlicher Rhythmus geplant war. Von zivilgesellschaftlicher Seite hagelte es viel Kritik, da diese nur minimal oder gar nicht einbezogen werden würde. Darüber hinaus wurden auf den letzten Konferenzen einige bewaffnete Akteure nicht einbezogen. Aufgrund seiner einflussreichen Machtposition dominiert das Militär zu großen Teilen die Verhandlungen. So fordert es von den Gruppen beispielsweise ein temporäres Niederlegen ihrer Waffen als Eintrittskarte für die Verhandlungen.