Die Ein-Kind-Politik, chin. Yīhái Zhèngcè 一孩政策, war eine Politik zur Kontrolle und Regulierung des Bevölkerungswachstums in der Volksrepublik China. Sie wurde 1980 landesweit durchgesetzt und sollte die seit den 1950er Jahren explosionsartig gewachsene Bevölkerung vor Hungersnöten schützen. Bei Nichteinhaltung und Missachtung drohten hohe Geldstrafen, Sanktionen, erzwungene Schwangerschaftsabbrüche und staatlich forcierte Zwangssterilisationen. Ausnahmeregelungen betrafen u.a. Angehörige ethnischer Minderheiten und Familien auf dem Land. Seit den 2000ern wurden die Regelungen immer weiter gelockert, bis sie schließlich 2016 abgeschafft und durch die Zwei-Kind-Politik ersetzt wurde.

Die sozialen Folgen der Ein-Kind-Politik wirken weiterhin nach. Am auffälligsten ist das demografische Ungleichgewicht von Männer und Frauen, das durch die Abtreibung weiblicher Föten entstanden ist. Einer der Hintergründe für diese Praxis kann mit dem konfuzianischen Verständnis erklärt werden, dass nur Männer die Erblinie der Familie fortführen. Ein Resultat dieses Ungleichgewichts ist der Handel mit Frauen innerhalb Chinas und aus angrenzenden Ländern.