Zwischen 1979 und 2015 galt in der Volksrepublik China: Nur ein Kind pro Familie. Die Politik diente der Geburtenkontrolle und sollte vor Hungersnöten schützen. Bei Nichteinhaltung drohten hohe Geldstrafen, auch erzwungene Schwangerschaftsabbrüche und Zwangssterilisationen gehörten zum staatlichen Sanktionsrepertoire.

Die Ein-Kind-Politik, chin. yīhái zhèngcè 一孩政策 oder dúshēng zǐnǚ zhèngcè 独生子女政策, hat anhaltende soziale Folgen. Die chinesische Gesellschaft ist patrilinear und patriarchalisch strukturiert. Daher wünschen sich die meisten chinesischen Familien einen Sohn. Dies führte im Rahmen der Ein-Kind-politik zur vermehrten Abtreibung weiblicher Föten. Die Gesellschaft der Volksrepublik leidet heute unter einem demografischen Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen sowie der Überalterung. Eine fatale Konsequenz des Ungleichgewichts ist der illegale Heiratsmarkt basierend auf Frauenhandel innerhalb Chinas wie auch im südostasiatischen Raum.

Ab 2013 wurde die Ein-Kind-Politik gelockert. 2015 entschied sich die Regierung die Ein-Kind-Politik abzuschaffen. Sie wurde 2016 durch die Zwei-Kind-Politik und 2021 durch die Drei-Kind-Politik ersetzt. Bislang blieb ein Anstieg der Geburten jedoch aus. Bereits seit 2018 wird auch über die vollständige Abschaffung der Geburtenkontrolle diskutiert. Die Lockerungen richten sich aber gezielt vor allem an die wohlhabende urbane Han-Bevölkerung.

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