Jadevorkommen sind insbesondere im Kachin-Staat im Norden des Landes – maßgeblich rund um Hpakant – zu finden.  Kachin weist einen großen Reichtum an Ressourcen auf. Neben Edelhölzern, Gold, Edelsteinen allgemein und Wasserkraft spielt insbesondere Jade eine wichtige Rolle. Das Jadegeschäft ist entscheidender Motor für die anhaltenden bewaffneten Konflikte und die herrschende Konfliktökonomie zwischen der den Streitkräften Myanmars, der Tatmadaw, und der Kachin Independence Army (KIA), dem bewaffneten Flüger der Kachin Independence Organisation (KIO). Für beide Parteien ist es ein entscheidender Einkommenszweig. Die Auswirkungen der Konfliktökonomie in Kachin bis heute sind Tausende Tote (u.a. durch Erdrutsche) und die Vertreibung von mindestens 100.000 Menschen seit 2011.

Der Jadesektor  ist ein zentrales Beispiel dafür, dass der Wandel in Myanmar noch nicht weit fortgeschritten ist. Denn die Eliten des ehemaligen Militärregimes – Ex-Offiziere und deren Familien sowie der ehemalige Juntachef Than Shwe -, US-sanktionierte Drogenbarone und dem Militär nahe stehende Unternehmen (Cronies) profitieren weiterhin maßgeblich vom Jadehandel. Jadehandel erzielt geschätzte 31 Mrd. USD jährlich, was in etwa der Hälfte des GDP von Myanmar entspricht. Die Hauptkonzessionen liegen in den staatlich-kontrollierten Teilen von Hpakant. Das bestehende Jadeabbau-Lizenzsystem ist extrem korruptionsanfällig. Die verschiedenen Blöcke werden über einen staatlich-kontrollierten Prozess vergeben, der vor allem jene Firmen bevorzugt, die Verbindungen zu mächtigen Personen und hochrangigen Beamten haben.