2009 unterzeichneten das Energieministerium von Myanmar und die staatliche China National Petroleum Corporation (CNPC) ein Abkommen über den Bau von Pipelines, um Rohöl- und Erdgas aus dem Mittleren Osten von Kyaukpyu an der Westküste im Rakhine Staat über die Grenzstadt Ruili nach China zu transportieren. An dem Gemeinschaftsprojekt zwischen CNPC, der staatlichen Myanmar Oil and Gas Enterprise (MOGE) und weiteren Investoren aus Asien hat CNPC einen Mehrheitsanteil.

Die 3.000 Kilometer lange Erdgas-Pipeline in die chinesischen Provinzen Guizhou und Guangxi ist seit 2013 in Betrieb. Ihre Bedeutung zeigt sich daran, dass sie mit einer Kapazität von 13 Milliarden Kubikmeter fast ein Drittel der Menge transportieren kann, die Russland ab 2018 nach China pumpen will. Die 2015 eröffnete Öl-Pipeline soll 22 Millionen Tonnen Rohöl jährlich bis ins rund 800 Kilometer entfernte Kunming liefern.

Mit dem Projekt hat sich China neben der Versorgung aus Russland und Zentralasien und der Schifffahrtsroute durch die Straße von Malakka einen weiteren strategischen Energieversorgungsweg gesichert. Und es fügt sich mit der Kyaukpyu-Sonderwirtschaftszone mit einem Industrie- und Technologiepark und einem Tiefseehafen, bei denen chinesische Konzerne führend sind, in die Seidenstraßen-Initiative ein. Myanmars Regierung verspricht sich davon Einnahmen in Milliardenhöhe, einen Entwicklungsschub und eine (Mit)Kontrolle über die Handelswege zwischen China, Indien und ASEAN. Allerdings wird es ein Balanceakt. Landesweit kommt es regelmäßig zu Protesten gegen chinesisch-finanzierte Projekte aufgrund von Landraub, Vertreibung, fehlender Transparenz und Korruption.