In Myanmar gibt eine große Vielfalt an natürlichen Ressourcen. Zwar sind aussagekräftige geologische und geophysische Daten für das Land weiterhin beschränkt, doch die Exploration und der Abbau nehmen stetig zu. Auch unter der von der National League for Democracy angeführten Regierung wird der Bergbau als Schlüsselsektor für ausländische Investitionen gesehen. Für den Bergbausektor spielen insbesondere Industriemineralien, Steine, Schwermetalle, Edelsteine wie Jade und Rubine eine entscheidende wirtschaftliche Rolle. Neben dem formellen Bergbau einschließlich staatlicher Genehmigungen sind nach wie vor informelle Bergbauaktivitäten weit verbreitet. Diese dienen nicht nur nichtstaatlichen bewaffneten Gruppen als Einkommensquelle, sondern sichern darüber hinaus auch den Lebensbedarf vieler lokaler Gemeinschaften.

Die Investitionen im Bergbau kommen hauptsächlich von myanmarische Firmen, die jedoch häufig in Form von Joint Ventures mit Unternehmen der Nachbarländer aktiv sind. Gerade chinesische Konzerne sind aufgrund ihres technischen Knowhows, modernster Technologie und Kapitals ein beliebter Partner. Die Aktivitäten dieser „Partnerschaften“ sind häufig informell und laufen ohne jegliche Lizenzen. Laut einer Studie des Myanmar Centre for Responsible Business (MCRB) halten die zunehmenden extraktiven Aktivitäten in Myanmar nicht Schritt mit internationalen Sozial- und Umweltstandards. So fehlt es insbesondere im Bergbausektor an ökologischen, sozialen und menschenrechtlichen Schutzrichtlinien und Praktiken. Die öffentliche Wahrnehmung von Bergbau ist zunehmend negativ und der Widerstand gegen Bergbauaktivitäten ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen (z.B. Letpadaung Kupfermine).

Zum Weiterlesen: Myanmar Centre for Responsible Business (2018): Sector-Wide Impact Assessment of Myanmar’s Mining Sector