Der Begriff „Beijing Consensus“, chin. Běijīng gòngshí 北京共识, wurde 2004 vom amerikanischen Consultant und Sachbuchautor Joshua Cooper Ramo geprägt. Ramo stellte den Begriff seinem amerikanischen Pendant gegenüber – dem „Washington Consensus“. Dieser propagiert einen liberalen, deregulierenden und nicht protektionistischen Weg des Wirtschaftswachstums. Der Ansatz des „Washington Consensus“ wurde lange Zeit als effektivstes Entwicklungsprogramm angesehen.

Mit Beginn der Reform- und Öffnungspolitik unter Deng Xiaoping 邓小平 seit 1979 zeichnet sich jedoch ein alternativer, augenscheinlich sehr erfolgreicher chinesischer Ansatz ab. Was genau der „Beijing Consensus“ umfasst, wird stark debattiert. Von chinesischer Seite werden ein pro-aktiver Entwicklungsstaat, das Experimentieren mit Pilotprojekten und die Selbstbestimmung des sich entwickelnden Landes als zentrale Punkte genannt. Eine wirtschaftliche und politische Liberalisierung gehen mit diesem Ansatz lediglich selektiv oder gar nicht einher.  Der „Beijing Consensus“ wird mit Chinas anhaltendem Erfolg immer populärer und von einer wachsenden Zahl an Ländern nachgeahmt.